„Coming-Out“

 In Allgemein, Punktgleich

 

Anlässlich des immer näher rückenden „International Day Against Homophobia, Transphobia & Biphobia“ (kurz IDAHOT), möchten wir euch etwas vertrauter mit dem Begriff „Coming-Out“ machen.

Zunächst stellt sich die Frage was man eigentlich unter einem „Coming-Out“ versteht:

Das Coming-Out ist ein Prozess, in dem man seine eigene Sexualität akzeptiert und sie seiner Familie und seinem sozialen Umfeld mitteilt.
Es lässt sich in 2 Hauptphasen unterteilen:
In der ersten Phase akzeptiert man selbst seine eigene Sexualität. Dies kann schnell geschehen, sich aber auch über Jahre hinweg ziehen.
In der zweiten Phase offenbart man seine Sexualität der Öffentlichkeit. Je nachdem, welcher Person gegenüber man sich öffnet, fällt es einem unterschiedlich leicht oder schwer.

Wozu ist das Coming-Out?

Viele Menschen, die einer sexuellen Minderheit angehören, sei es Homosexualität, Bisexualität, Transgenderismus, etc., haben Angst vor
dem Coming-Out, weil sie sich vor Ausgrenzung o.ä. fürchten.
Gerade Schüler*innen haben Angst, aufgrund ihrer Sexualität
gemobbt zu werden.

Also warum sollten Menschen sich überhaupt outen?
Zuerst solltet ihr euch im Klaren sein, dass eure Sexualität
ein Teil von euch ist. Je nach Mensch und Lebenssituation ist
die Belastung der ständigen Verheimlichung der eigenen Sexualität also sehr groß.
Das Outing ermöglicht gerade diesen Menschen, freier und offener durchs Leben zu gehen,
und ist zeitgleich eine psychische Entlastung.

Wie gehe ich am besten vor?

Wir würden es euch empfehlen, euch möglichst genau mit eurem Körper und eurer Sexualität auseinandergesetzt zu haben, bevor ihr den nächsten Schritt wagt und euch outet.
Am besten fangt ihr bei Menschen an, denen ihr am meisten vertraut, wie z.B. euren engsten
Freunden.
Nach dem engsten Freundeskreis kommen bei vielen Menschen die Familie und Verwandtschaft dran.
Bei dem Outing innerhalb der Familie kann es allerdings zu Komplikationen kommen. Ihr solltet euch also wirklich sicher sein, dass ihr mögliche negative Reaktionen eurer Eltern usw. verkraften könnt.

Wie das Outing sich gestalten soll, bleibt euch dabei selbst überlassen. Egal, ob ihr euch bei einem direkten Gespräch outet, lieber in Anwesenheit von eingeweihten Freunden, am Telefon, per Brief oder sonstiges, am Ende sollte ihr den Anwesenden genug Zeit zum Verarbeiten der Neuigkeiten geben.

Die Zeit nach dem Outing:

In der Regel solltet ihr vor allem bei Verwandten immer wieder das Gespräch suchen. Umso mehr ihr
mit den Menschen offen über euer eigenes Empfinden sprecht, desto normaler wird es für die Angehörigen und desto besser werden sie hoffentlich auch damit umgehen können.
Bei den Gesprächen könnt ihr u.a. über eure Erlebnisse und Gefühle während des Outings reden.

Und wir kommen zum letzten Teil unseres kleinen Berichts übers Outing:

Outing in der Öffentlichkeit:

Sich in Vereinen, auf der Arbeit/in der Schule oder anderen Institutionen zu outen, ist meist schwieriger,
als bei der Verwandtschaft. Nach dem Outing in der Öffentlichkeit verändern sich viele Dinge, die
einen zum Schlechteren, die anderen zum Besseren.
So werdet ihr von den einen akzeptiert, von anderen allerdings erst schief angeguckt.

Ein angenehmes Restwochenende! Und nicht vergessen: Morgen ist der IDAHOT

Punktgleich, Mai 2015


 

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