[Vortrag] Die AfD und die soziale Frage

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Die besorgniserregenden Wahlerfolge und die zunehmende Verankerung der AfD in der deutschen Parteienlandschaft führen unter ihren Gegner*innen zu kontroversen Debatten darüber, wie der Rechtspartei zu begegnen sei. Während einige darauf setzen, die AfD als unsozial zu brandmarken und über ihre neoliberale Programmatik aufzuklären, verweisen andere auf die teils antikapitalistische Rhetorik führender Parteifunktionäre und warnen vor der gefährlichen Kombination aus rassistischer Hetze und sozialer Demagogie.

Um zu klären, welche Rolle die soziale Frage in der AfD tatsächlich spielt, untersucht Stefan Dietl die sozialpolitische Ausrichtung der Partei anhand ihres im Mai 2016 verabschiedeten Grundsatzprogramms und der vorhergehenden Debatten zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei. Dabei zeigen sich sowohl die marktradikalen Positionen der AfD als auch ihre im »völkischen Antikapitalismus« verwurzelten Inhalte.

Dem Autor gelingt eine anschauliche Darstellung der aktuellen sozial- und wirtschaftspolitischen Programmatik der AfD vor dem Hintergrund des Kräftezerrens zwischen Marktradikalen und völkischen Nationalisten. Doch Dietl liefert auch eine Problemanalyse bisheriger Versäumnisse der Gewerkschaften im Umgang mit der AfD und ihrem Klientel – und entwirft gewerkschaftliche Gegenstrategien.

zum Autor:

Stefan Dietl (Jg. 1985), seit seiner Ausbildung Mitglied der Gewerkschaft ver.di, ist ehrenamtlich im Landesvorstand von ver.di Bayern aktiv. Er schreibt regelmäßig zu sozial- und wirtschaftspolitischen Themen, u.a. für die Wochenzeitung Jungle World.

zur Kampagne:

Weder Festung noch Vaterland – linke Perspektiven zur Bundestagswahl-

Es ist 2017. Hat sich viel verändert? Eigentlich nicht wirklich. Noch immer vergeht kein Tag ohne Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte. Im Mittelmeer versuchen Identitäre die Rettung von Geflüchteten zu sabotieren. Im südthüringischen Themar feiern 1000 Neonazis mit Hitlergruß ein Rechtsrock Festival. Und dann ist auch noch Wahlkampf.

Laut Prognosen zur Bundestagswahl liegt die AfD zurzeit bei 7 %. Bei der verganenen Landtagswahl gaben über 3000 Speyrer_innen den Rechtspopulist_innen der AfD ihre Stimme.

Mit der AfD etabliert sich gerade eine nationalistische Partei, die Rassismus, Sexismus, Homophobie und soziale Ausgrenzung propagiert, mitten in der deutschen Parteienlandschaft. Und so schürt die AfD mit ihrem hetzerischen Populismus gegen Flüchtende, Migrant*innen und Erwerbslose Angst und Hass und macht reaktionäre und sozialchauvinistische Ideologie salonfähig für die Mitte der Gesellschaft.

Doch damit steht sie nicht allein, auch die etablierten Parteien befeuern mit jeder weiteren Asylrechtsverschärfung das Sterben im Mittelmeer, lassen immer weitere Teile des öffentlichen Raums überwachen und verfestigen soziale Ungleichheit.

Für uns ist klar, eine anzustrebende Zukunft können wir nur ohne einen Vaterlands Hype und der Festung Europa ins Auge fassen.

Gemeinsam wollen wir analysieren, diskutieren und nach Alternativen suchen.

Donnerstag, 07.09.17 Einführung in die Kritik des Nationalismus

Samstag, 16.09.17 Buchvorstellung: Die AfD und die soziale Frage

Veranstaltungen im Eckpunkt Speyer , Pistoreigasse 2, 67346 Speyer

Veranstalterin : Freiraum für Ideen, Praxis und Selbstorganisation (Café FIPS)

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